Gesetzliche Rente
Die gesetzliche Rente ist eine der größten Errungenschaften des deutschen Sozialstaats. Sie sieht vor, dass ein älterer Mensch im Ruhestand einen angemessenen Lebensstandard aufrecht erhalten kann, da er im Verlauf seines Arbeitslebens beständig in das System einbezahlt hat und dabei, so er in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis stand, vom Arbeitgeber bei dieser Ansparleistung im selben Umfang unterstützt wurde.
Die gesetzliche Rente steht heute allerdings vor einer Zerreißprobe mit unbekanntem Ausgang: Die Wiedervereinigung und der massive Zuzug von Menschen mit deutschen Wurzeln aus den Ländern des ehemaligen Ostblocks haben zu einem Ungleichhewicht zwischen einbezahlten und ausgeschütteten Beiträgen geführt. Die hohe Arbeitslosigkeit vor allem in den neuen Bundesländern hat dazu geführt, dass nach wie vor zu wenig Geld in das System einbezahlt wird, um die Ansprüche der Berechtigten zu erfüllen.
Für die Zukunft sieht es indes noch düsterer aus: Bedingt durch den seit Jahrzehnten zu beobachtenden Geburtenrückgang und die immer höhere Lebenserwartung lässt sich absehen, dass in nicht allzu ferner Zukunft ein Arbeitnehmer einen Rentner ernähren muss, was nach Lage der Dinge nicht möglich sein kann.
Die Tendenz zur Überqualifikation führt zudem dazu, dass das Eintrittsalter der Menschen in dieses System immer höher wird, während lange Zeit der Vorruhestand gefördert wurde, in dessen Effekt die Menschen immer weniger Jahre ihres Lebens lang Beiträge einbezahlen.
Seit einigen Jahren hat die Bundesregierung der Bevölkerung das System einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge nahe zu bringen versucht, da abzusehen ist, dass die gesetzliche Rente in nicht ferner Zukunft nicht ausreichen wird. Nichtsdestotrotz ist im nun laufenden Wahlkampf eine nicht vorgesehene Rentengarantie durchgesetzt worden, da die Rentner mittlerweile bereits die größte homogene Wählergruppe darstellen, gegen deren Interessen keine Partei regieren kann. Dass sich diese Garantie ohne eine extreme Verschuldung der öffentlichen Kassen und damit zu Lasten kommender Generationen nicht einlösen lassen kann, wird mit Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen gerne verschwiegen.